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Berlin: praktische Hinweise

1 h Route5 StoppsAm besten: Das ganze Jahr überAktualisiert Juli 2026

KURZ GEFASST

Berlin läuft nach ein paar ungeschriebenen Regeln, die Neuankömmlinge aus dem Takt bringen, und fast alle haben mit der Uhr und mit Geld zu tun. Sonntags hat der Handel zu, manche Kneipen und Bäckereien nehmen noch immer lieber Bargeld, und der Nahverkehr funktioniert auf Vertrauen: mit Kontrolleuren in Zivil.

The station sign of the Bundesplatz U-Bahn stop
© Lukas Beck · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Nichts davon ist schlimm, wenn man es vorher weiß. Was einen Nachmittag ruiniert, ist, an einem Sonntag ohne Einkauf dazustehen und festzustellen, dass der nächste Supermarkt in einem Bahnhof liegt.

Die Route, Stopp für Stopp

5 STOPPS
  1. 01

    Sonntags geschlossen

    Das Ladenschlussgesetz hält den Handel sonn- und feiertags in ganz Deutschland geschlossen, mit sehr wenigen Ausnahmen im Jahr. Das ist weder eine Frage des Kiezes noch der Saison: Supermärkte, Kleidung, Elektronik, alles zu. Offen sind Museen, Restaurants, Cafés und Kinos. Zwei Auswege gibt es: die Supermärkte in den großen Bahnhöfen, vor allem im Hauptbahnhof, und die Spätis im Kiez, die bis spät Getränke und das Nötigste verkaufen. Am Samstag zu kaufen, was man brauchen wird, ist hier die übliche Vorsicht.

  2. 02

    Das Bargeld, das hier nicht ausgestorben ist

    Deutschland gehört zu den westeuropäischen Ländern, in denen am meisten bar bezahlt wird, und auch wenn die Karte immer häufiger genommen wird, gibt es weiter Kiezkneipen, Bäckereien, Currywurstbuden und sogar Restaurants, die nur Bargeld nehmen oder einen Mindestbetrag verlangen.

    Das Schild «nur Bar» heißt genau das.

    Dazu kommt, dass viele Läden die Girocard akzeptieren, aber keine internationalen Kreditkarten. Etwas Bargeld dabeizuhaben erspart den Gang zum Automaten mitten im Abendessen.

  3. 03

    Der Nahverkehr und der Fahrschein, den man entwertet

    Das Netz verbindet U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn (nur im Osten, ein Erbe der Teilung) und Bus, alles mit demselben Fahrschein nach Tarifbereichen. Am Wochenende fahren U- und S-Bahn die ganze Nacht, unter der Woche gibt es Nachtbusse.

    Sperren gibt es nirgends: Man kauft den Fahrschein, entwertet ihn am gelben oder roten Automaten auf dem Bahnsteig und steigt ein.

    Die Kontrolleure sind in Zivil, steigen während der Fahrt zu und sind häufig unterwegs. Ohne Entwertung zu fahren, oder mit AB-Ticket Richtung Flughafen, wird teuer.

  4. 04

    Das Ampelmännchen und andere Erbstücke aus dem Osten

    Das Ampelmännchen des Ostens, mit Hut und zielstrebigem Schritt, wurde 1961 in der DDR entworfen.

    Nach der Wiedervereinigung sollte es durch die westliche Figur ersetzt werden, und es gab eine Bürgerkampagne zu seiner Rettung: Heute steht es sogar in Gegenden im Westen und hat eigene Souvenirläden. Es gehört zu den ganz wenigen Dingen aus dem Osten, die die Wiedervereinigung gewonnen haben.

    Es gibt mehr Spuren, wenn man hinsieht: Straßenbahnen fahren fast nur im Osten, die Wohnbauten wechseln beiderseits des einstigen Mauerverlaufs den Stil, und eine doppelte Pflastersteinreihe markiert diesen Verlauf im Boden der halben Stadt. Ihr zu folgen ist eine sehr gute Art zu spazieren.

  5. 05

    Daten auf dem Handy

    Der Empfang ist gut, auch in weiten Teilen der U-Bahn. Verbunden anzukommen hat hier einen sehr konkreten Nutzen: das ABC-Ticket in der BVG- oder VBB-App zu kaufen, bevor man das Terminal verlässt, ohne sich mit einem Automaten zu streiten, und nachzusehen, welche Linie zuerst fährt. Und weil Berlin riesig ist: neunmal die Fläche von Paris, mit den interessanten Orten über weit auseinanderliegende Kieze verteilt. Sich hier ohne Karte und Fahrpläne auf dem Handy zu bewegen heißt, viel Zeit auf Bahnsteigen zu verlieren.

Häufige Fragen

Kann man in Berlin mit Karte zahlen?

Immer öfter, aber nicht überall. In Deutschland wird weiterhin viel bar gezahlt, und es gibt Kneipen, Bäckereien und Buden, die nur Bargeld nehmen oder einen Mindestbetrag verlangen. Manche Läden akzeptieren die Girocard, aber keine internationalen Kreditkarten. Etwas Bargeld dabeizuhaben ist ratsam.

Haben die Museen in Berlin sonntags geöffnet?

Ja. Was in ganz Deutschland sonntags schließt, ist der Handel: Supermärkte und Geschäfte. Museen, Restaurants, Cafés und Kinos haben normal offen, und für das Nötigste bleiben die Spätis im Kiez und die Supermärkte in den großen Bahnhöfen.

Braucht man ein Visum für Deutschland?

Das hängt vom Pass ab, und die Bedingungen ändern sich, also prüf es vor der Reise an der offiziellen Quelle. Deutschland ist in der Europäischen Union und im Schengen-Raum, bei der Einreise aus einem anderen Schengen-Land gibt es also keine Grenzkontrolle.

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